Freitag, 12. September 2014

Lanesplitter - Versuch macht kluch

Nachdem ich nun gestern meinen Häkelpulli fertiggestellt habe und mich wahnsinnig darüber freue, soll das nächste Strickstück wieder nur für mich sein.

Ich war schon im letzten Winter auf der Suche nach einem schönen Strickrock. Zu kaufen habe ich nirgendwo einen gefunden, der mir wirklich gefällt.
Also warum nicht selber machen? Jetzt kann ich ja stricken und häkeln.

In einer Facebook-Gruppe hatte jemand einen Lanesplitter-Rock gepostet. Der sah so toll aus!
Aber Lanesplitter? Was ist das denn jetzt schonwieder?

Der Lanesplitter-Rock ist ein durch Zu- und Abnahmen diagonal gestrickter Rock, der dann an den Enden zusammengenäht wird.
Und angeblich soll er zu jedem Figurtyp passen.
Tante Google zeigt in der Bildersuche ein paar Impressionen zum Lanesplitter.



Herausforderungen für mich:
  • in einem Strickstück mehrere Wollknäuel gleichzeitig verwenden
  • ein Kleidungsstück stricken, das mir am Ende auch passen soll
  • Maschenzu- und Abnahmen
  • ausprobieren, wie oben der Saum gemacht wird
Ganz gegen den Wunsch meines Mannes möchte ich ihn bunt! Denn zum Rock werden eh nur schwarze Leggins oder Strumpfhosen getragen.

Die passende Wolle habe ich schon zu Hause.
Als Hauptfarbe verwende ich flauschig-weiche Ibiza von Aldi-Süd im rot-orange-lilafarbenen Farbverlauf.
Und um ein bisschen Ruhe in die doch sehr bunte Wolle zu bringen, wird die zweite Farbe nur grau.

Wolle für den Lanesplitter-Rock
Ibiza
55% Polyacryl
45% Baumwolle
50 g ~ 135 m
Nadelstärke 3,5-4,5
Maschenprobe 29R 20M
30° Maschinenwäsche
Farbe 07 Partie 7472
Ibiza von Aldi-Süd
Ibiza von Aldi-Süd
Ibiza von Aldi-Süd
Schachenmayr Bravo

100% Polyacryl

50 g ~ 133 m
Nadelstärke 3-4
Maschenprobe 30R 22M
40° Maschinenwäsche
Farbe 08295 Partie 311134
Bravo von Schachenmayr
Bravo von Schachenmayr
Um es mir selbst einfacher zu machen, habe ich mir erstmal aufgezeichnet, wie der Rock überhaupt zu stricken ist.
Es gibt drei Teile an dem Rock.
  1. der Zunahmeteil: der Maschenanschlag beginnt laut Anleitung mit 3 Maschen in einer Ecke. Auf der Rückrunde gibt es keine Zunahmen. Immer auf der Hinrunde wird die zweite und vorletzte Masche der Reihe verdoppelt. Somit werden es immer mehr Maschen auf der Nadel. Dies strickt man so lange, bis eine Seite des Dreiecks die gewünschte Rocklänge erreicht. Denn es ist wichtig zu verstehen, dass nicht die länge des Strickstücks auf der Nadel die spätere Rocklänge ergibt!
  2. der gerade Teil: hier muss diagonal gestrickt werden, um einen geraden Teil zu bekommen. Dazu wird immer auf der Hinreihe die zweite Masche abgenommen und die vorletzte Masche verdoppelt. Auf den Rückreihen gibt es keine Zu- oder Abnahmen.
  3. der Abnahmeteil: hier werden immer auf der Hinrunde die zweite und vorletzte Masche abgenommen
Hier meine Skizze, wie es dann aussehen soll:
Skizze vom Lanesplitter-Rock
Beim Grundmuster des Rockes gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.
Die einen stricken ihn einfach kraus rechts (Hin- und Rückreihe immer rechts stricken). Die anderen stricken ihn in 3 Reihen rechts - 1 Reihe links (Ansicht von der Vorderseite).

Dieses Muster möchte ich auch stricken. Da aber 3 Reihen rechts auch bedeutet, dass ich auf der Rückreihe links stricken muss, hab ich mir mal aufgemalt, wie zu stricken ist:

meine Notizen zum Muster
Genug der Theorie - ab an die Praxis!

Laut Anleitung soll der Maschenanschlag mit 3 Maschen beginnen. Das habe ich also mal ausprobiert.
Anfang Lanesplitter
Das Muster gefällt mir richtig gut!
Muster Lanesplitter
Aber irgendwie, ich kann mir nicht helfen, ist mir der Anfang einfach zu rund. Da, wo eigentlich eine Spitze sein soll, ist keine Spitze. Es ist rund! Wie soll das denn später aussehen, wenn die Enden zusammengenäht werden?
rund statt spitz
Ich werde alles nochmal aufribbeln und den Anfang mit 2 Maschen probieren. So schwer kann das ja nicht sein, da eine Spitze hinzubekommen.

to be continued :)

Donnerstag, 11. September 2014

RUMS: mein Häkelpulli ist fertig

Dies ist mein erster RUMS-Eintrag.
RUMS?! Wasssn das?
RUMS steht für Rund ums Weib.

Dies ist ein Blog, auf der Frau am Donnerstag (RUMStag) alles posten kann, was sie für sich selbst gemacht hat.
Nicht für die Freundin, Nichte, Tochter oder die Kassiererin bei Lidl an der Kasse. Nein, alles nur für sich selbst.

Und gestern Abend habe ich auf der Terrasse meinen gelben Häkelpulli fertiggestellt. Tadaaaaa!


Informationen zu Wolle und wie ich angefangen habe, gibts dazu im ersten Blogeintrag. *klick

Also saß ich gestern Abend auf der Terrasse und habe weitergemacht.
so lässt es sich aushalten!
Da der Pulli oben vom Kragen nach unten gehäkelt wird, wird der Pulli von oben nach unten auch immer breiter.

Nach und nach werden die Luftmaschen zwischen den Stäbchen zugenommen. Anfangs sind es 2 Luftmaschen, dann 3, dann 4....










Jetzt ist er fertig und kann mit schwarz und weiß sehr gut kombiniert werden. Einfach ein einfarbiges Top drunterziehen, dazu eine schwarze Leggins oder eine weiße Short und fertig ist der Sommerlook.








Mein Mann findet ihn übrigens.... solala. ;)

Mittwoch, 10. September 2014

Kann Stricken/Häkeln/Nähen als erfolgreiches Start-Up durch die Decke gehen?

Ich weiß nicht, wer von Euch gestern Abend den Beitrag auf Vox in der Sendung "Die Höhle der Löwen" ab 20:15 Uhr gesehen hat.

Persönlich finde ich das Format sehr unterhaltsam, da neue Ideen vorgestellt werden, die teilweise richtig gut sind und die ich selbst sofort kaufen würde.

Kurz zum Thema der Sendung: 
Auf der einen Seite gibt es junge Start-Up Unternehmer, die Ihre Ideen/Erfindungen präsentieren. Sie bewerben Ihre neu gegründeten Unternehmen und bieten Firmenanteile gegen Zahlung an.

Auf der anderen Seite gibt es fünf Investoren, "Löwen" genannt, ihreszeichen erfolgreiche Unternehmer. Ihnen werden die Ideen präsentiert und bei Interesse, können Sie sich Firmenanteile der Start-Ups kaufen.
Die Löwen sind Jochen Schweitzer, Frank Thelen, Judith Williams, Lencke Wischhusen und Vural Öger.

Judith Williams finde ich großartig - Vural Öger ist größtenteils ein miesepetriger Beisitzer, der nur dann in einen Deal einsteigt, wenn bereits mindestens zwei der anderen Investoren sehr großes Interesse zeigen. Aber egal.

Gestern haben sich unter anderem zwei junge Frauen vorgestellt und Ihre Idee MEISTERCLASS präsentiert.

MEISTERCLASS soll eine online Plattform rund um Stricken, Häkeln und Nähen sein. Zum Konzept gehören kostenpflichtige online Kurse, die zwischen 20-30 Euro kosten sollen.
Der Kurs wird vom User einmalig bezahlt und kann dann beliebig oft angesehen werden. So kann jeder Teilnehmer in seiner eigenen Geschwindigkeit lernen.

Anfangs würde sich die Seite erstmal nur um die drei Themen Stricken, Häkeln und Nähen drehen, jedoch mit dem Ausblick, sich im Laufe der Zeit breiter aufzustellen und alles rund um DIY anzubieten.

Ich kannte MEISTERCLASS bereits vor dem Auftritt, da eine Bekannte, die ich auf dem Wollfestival kennenlernte, dort einen Kurs gebucht hat.

Nachdem die beiden ihre Geschäftsidee also den Investoren vorgestellt hatten, wurden Fragen gestellt und beantwortet. Leider haben sie sich nicht allzu gut verkauft, aber ich denke, dass das an der Aufregung lag. Mir wäre es bestimmt nicht anders gegangen.

Von den Investoren gab es leider kein Angebot, um Firmenanteile zu erwerben. Vielmehr äußerte sich Frank Thelen erstmalig so, dass er empfiehlt, die Idee zwar gerne als Hobby nebenbei weiterlaufen zu lassen, sich aber keinesfalls hauptberuflich darauf zu konzentrieren. Das Konzept funktioniere nicht. "Hört auf!" sagte er wortwörtlich.
Auch Judith Williams sagte, dass es nicht klappen werde, da es bereits online so viel Wissen kostenlos abzurufen gäbe, dass niemand dafür Geld bezahlen möchte.

Das Alleinstellungsmerkmal von MEISTERCLASS wäre jedoch, sich auf Design zu konzentrieren. Heißt, wie kann ein jeder tolle Designerstücke selber machen. Irgendwie ging das aber in der Diskussion unter.

Das Ende vom Lied war, dass kein Investor ein Angebot machte, sondern vielmehr eine dringende Empfehlung abgab, die Idee maximal als Hobby weiterzubetreiben und keine kommerziellen Interessen anzumelden.

Der Beitrag hat mich ins Grübeln gebracht.
Die Kernfragen sind: Warum soll das Firmenkonzept laut der erfahrenen Unternehmer nicht funktionieren? Und warum sind die beiden Betreiberinnen der Seite trotzdem so überzeugt davon?

Konzentriere ich mich mal auf die letzte Frage: Warum sind die beiden Betreiberinnen so überzeugt von ihrem Konzept?
Ich selbst bin leidenschaftliche Strickerin - hänge förmlich an der Nadel (haha, endlich habe ich das Wortspiel auch mal verwendet....).

Mit jedem tollen Werk, das ich fertigstelle, denke ich auch, dass ich das am liebsten beruflich machen würde. Hier mal ein paar Socken, da mal ein Rock, hier mal eine Babymütze, da mal ein Schal. Was gibt es Schöneres, denke ich mir, als auf der Couch zu sitzen, zu stricken und nebenbei den Fernseher laufen lassen, eine Tasse Kaffee vor mir und dabei auch noch Geld zu verdienen?
Das Hobby zum Beruf zu machen, wie es so schön heißt. Träumt davon nicht jeder? Eine ureigene Sehnsucht, den Job nicht als Job zu sehen, sondern als Passion!

Wenn man sich außerhalb der "Strick-Szene" bewegt, hat das Ganze natürlich ein angestaubtes Image. Die Omma sitzt auffe Couch und macht Häkeldeckchen. Ist man jedoch mittendrin und tauscht sich in hunderten von Facebook-Gruppen, Online-Blogs (wie auch in meinem), Stricktreffs etc. aus, eröffnet sich einem eine ganz neue Welt. So viele Leute stricken! Unfassbar! Da muss eine online Plattform für kostenpflichtige Strickkurse doch funktionieren.
Seit die beiden Herren von myboshi den Mützentrend der Hipster aufgegriffen und Häkelmützen quasi salonfähig machten, stellt sich schon die Frage, warum nicht auf den Zug aufspringen?

Generationen vor uns haben gestrickt und gehäkelt. Warum also nicht auch heute?
Jedes Hobby hat seine Lobby. Ich kann mir vorstellen, dass es hunderte von Seiten über Modelleisenbahnen oder Briefmarken-Tauschbörsen gibt. Aber ist mit so etwas wirklich Geld zu verdienen? Gibt es ein skalierbares Konzept?

Kostenpflichtige Online-Strickkurse sind auf jeden Fall skalierbar. Und als Produkt werden ja keine gestrickten Sachen verkauft, sondern immer neue Videos hochgeladen, zu denen man auch gleich das passende Material kaufen kann, um genau dieses Designerstück selbst herzustellen.

Die größte online Plattform rund ums Stricken und Häkeln ist ravelry.com. Gegründet 2007 und mit mittlerweile weltweit über 3 Millionen Mitgliedern. Da muss es doch auf kaufkräftige Interessenten für MEISTERCLASS geben, werden sich die beiden Gründerinnen gedacht haben.

Gehen wir aber nun zur ersten Frage über: Warum soll das Firmenkonzept nicht funktionieren?
Wie ich bereits oben schrieb, hänge ich an der Nadel. Und zwar an der Strick- und Häkelnadel. Ab und zu auch an der Nähnadel, wenn es um meine Fadengrafik-Karten geht.


Und ich bin Anfängerin was Stricken und Häkeln angeht. Ich hatte mich sogar für einen kostenpflichtigen VHS-Strickkurs angemeldet, der dann aber leider mangels Teilnehmerzahl ersatzlos gestrichen wurde.
Somit würde ich mich zur Zielgruppe von MEISTERCLASS zählen.

Warum aber habe ich bisher noch keinen online Strickkurs bei MEISTERCLASS gebucht, obwohl ich die Seite doch schon kannte, bevor sie sich gestern bei VOX vorstellten?

Wie Judith Williams bereits sagte, ist das Netz voll von kostenlosen Tutorials und Strickanleitungen. Wenn man sucht, wird man fündig. Und man wird auch dann fündig, wenn man nach gar nichts sucht.

Außerdem haben die beiden Gründerinnen gestern gesagt, dass man GÜNSTIG selbst Designerstücke herstellen kann. Ich halte das für ein Gerücht. Natürlich kann ich bei Schachenmayr ein Knäuel Bravo-Wolle, die zu 100% aus Polyacryl besteht, für 1,99 Euro kaufen. Dann würde mich ein Rock, Pullover, Schal etc. nie mehr als 10 Euro kosten.
Klar - das ist günstig.
Aber wer möchte ein Designerstück zu 100% aus Polyacryl haben? Hier greift man doch gerne mal zu hochwertiger Wolle. Die Wolle, die ich übrigens gestern in meinem Woll-Wickel-Post vorgestellt habe, kostet über 16 Euro / Strang. Da kann ein Pullover schnell an die 100 Euro teuer werden.
Und da ich keinen Goldesel im Keller stehen habe, muss in dann an anderer Stelle sparen. Wenn es also im Internet Millionen von kostenlosen Anleitungen gibt, warum sollte ich mir dann welche kaufen?


Wo es die kostenlosen Anleitungen gibt?
Zuerst schaue ich immer bei ravelry.com und bei DROPS Design.
Beide Seiten bieten kostenlose Anleitungen an, bei DROPS kann man sogar gleich die passende Wolle mitbestellen.
Gleiches übrigens auch bei Red Heart. und CrazyPatterns.

Dann bieten die Hersteller von Wolle auf ihren Seiten natürlich auch kostenlose Anleitungen an.
Zum Beispiel bei Junghans-Wolle oder bei Schachenmayr.
Oder Lana Grossa, die einen Vertrag mit Magdalena Neuner haben und das ganze auf der Seite Magdalena-Strickt anbieten.

Zeitschriften, die auch eine online-Webseite haben, bieten dies ebenso an.
Zum Beispiel bei Für Sie, Eltern, Brigitte sowie der OZ Verlag als auch Wunderweib.

Privat betriebene Seiten und Blogs bieten auch eine Hülle und Fülle an kostenlosen Anleitungen.
Zum Beispiel
Ribbelmonster, Nadelspiel, Stricken mit Strickanleitung, Häkelmuster Fundgrube, Schönstricken, Die WollLust, Tichiro,

Neben den vielen Seiten gibt es natürlich auch unzählige Youtube-Videos, die mir bisher sehr geholfen haben. Ganz besonders im Vordergrund steht hier der Kanal von eliZZZa, die auch die Nadelspiel-Seite betreibt.

Zuletzt nicht zu vergessen sind die Facebook-Gruppen. Einfach in der Suche "Stricken" oder "Häkeln" eingeben und schon werden hunderte von Gruppen vorgeschlagen.
Hier gibt es einen regen Austausch über fertiggestellte Strickstücke, Tipps und Tricks, Tausch von Anleitungen, Kauf und Verkauf von Wolle und sämtlichem Zubehör etc.

Außerdem gibt es bereits Seiten im Netz, die das Gleiche wie MEISTERCLASS anbieten.
Spontan fällt mir hier Makerist ein.

Das Angebot ist riesig! Und ich gebe zu, obwohl ich eine glühende Anhängerin der Strick- und DIY-Szene bin, überlege ich genau, wofür ich nun wirklich Geld ausgebe.
Müssen es kostenpflichtige Online-Kurse sein, wenn ich mir eigentlich auch alles bei ravelry herunterladen oder bei youtube ansehen kann?
Außerdem bin ich der Meinung, dass man einfach nicht alles online lernen kann. Ein Gespräch im Stricktreff ist so viel interessanter und lehrreicher als ein online Kurs.

Auch wenn es mir schwerfällt und ich jedem, der sich um das Thema Stricken, Häkeln und Nähen selbständig machen möchte, Szenenapplaus geben möchte, muss ich sagen, dass ich mir wahrscheinlich nie einen kostenpflichtigen Kurs bei MEISTERCLASS buchen werde.

Eigentlich schade. Aber ganz emotionslos und rein ökonomisch betrachtet, haben die Investoren bei VOX auf den ersten Blick wohl recht.
Das hält mich aber nicht davon ab, den beiden Gründerinnen alle Daumen zu drücken, die ich habe.
Viel, viel Glück!
Viel, viel Erfolg!

Dienstag, 9. September 2014

Wie wickelt man Wolle?

Auf dem Wollfestival habe ich mir wunderschöne neue Wolle gekauft. Normalerweise kenne ich Wolle ja nur in fertig gewickelten Knäuel, aber die von mir ergatterte Beute ist in Strängen.

Wolle vom Wollfestival
Zuerst dachte ich, dass man die Wolle so schon auch irgendwie verstricken kann. Beim Stricktreff habe ich aber gelernt, dass man das besser nicht machen sollte. Zuerst muss die Wolle auf ein Knäuel gewickelt werden. Wozu ein Stricktreff nicht alles gut ist, sag ich Euch!

Stellt sich jetzt nur die Frage: wie wickelt man Wolle zu einem Knäuel?

Einfach zu einer Kugel aufrollen kann ja jeder, dachte ich mir. Ich möchte aber ein Knäuel, das man von innen heraus abstricken kann. Somit rollt die Wolle nicht ständig rum sondern bleibt ruhig neben mir liegen.

Also habe ich Tante Google befragt und bin nach längerem Suchen auf Youtube fündig geworden:


Ich verfüge über keinerlei Fortgeschrittenen Schnick-Schnack wie Wollwickler, Wickeldorn oder was es nicht so alles gibt.
Aber das o.g. Video zeigte mir ja, wie es auch ganz ohne Hilfsmittel geht.

Auf ans Werk.

Schritt 1: den zu wickelnden Strang vor sich hinlegen, die Wolle streicheln und sich nochmal darüber freuen, was man für tolle Wolle gekauft hat! (dieser Schritt kann optional übersprungen werden).
Wollstrang, der gewickelt werden woll

Schritt 2: den Strang lösen und langsam aufdrehen...
Strang lösen und aufdrehen

...bis er ganz aufgedreht ist.
aufgedrehter Wollstrang

Schritt 3: der Wollstrang ist in sich nochmals doppelt gelegt. Dies nun entwirren. Das ist aber nicht schwer, da mit kleinen Fäden die Wolle bereits abgeteilt ist.
fertig aufgeteilter Wollstrang

Schritt 4: um die Wolle ohne Knoten und "Wollkotze" bequem von Hand wickeln zu können, muss der Strang sauber vorbereitet werden. Hierzu am besten zwei mit dem Rücken zueinander gestellte Stühle verwenden und die Wolle drüber spannen.
Alternativ kann man den Ehemann bitten, den Wollstrang über seine Arme zu spannen und ruhig zu halten. ;)
Wolle über zwei Stuhllehnen gespannt
Wolle über zwei Stuhllehnen gespannt

Schritt 5: jetzt die einzelnen kleinen Fäden aufschneiden, die die Wolle bis hierhin vor Knoten bewahren. Dabei darauf achten, dass man wirklich nur die kleinen Fäden aufschneidet und nicht aus Versehen die Wolle durchschneidet. Außerdem müssen nun Anfang und Ende der Wolle gesucht werden. Diese sind immer zusammengeknotet.
Anfang und Ende der Wolle ist zusammengeknotet

Schritt 6: jetzt nochmal kurz das youtube-Video anschauen und die Technik verinnerlichen.


Schritt 7: los geht es. Das erste Knäuel wird von Hand gewickelt. Zuerst den Faden um zwei Finger wickeln.
den Anfang der Wolle um zwei Finger wickeln
Schritt 8: dann wechselt man von den Fingern auf den Daumen und wickelt weiter...
Wolle auf dem Daumen wickeln
...und wickelt...
Wolle weiter auf dem Daumen wickeln
... und wickelt. Dabei das Knäuel auf dem Daumen immer ein bisschen drehen, sodass das Knäuel eine runde Kugel ergibt. Außerdem nicht immer auf der gleichen Stelle wickeln, sondern ruhig mal etwas diagonaler wickeln.
Knäuel beim Wickeln auf dem Daumen drehen
Gefühlte 1.000 Umdrehungen später ist das Knäuel dann fertig und müsste so aussehen:
fertig gewickeltes Wollknäuel
Ich habe direkt noch ein weiteres Knäuel von Hand gewickelt.
zwei Knäuel von Hand gewickelt
Danach taten mir aber der linke Daumen und der Rücken weh. Hätte ich nicht gedacht, dass das so anstrengend ist.

Und der Gedanke daran, dass 10 (!!) weitere Knäuel darauf warten, gewickelt zu werden, hat mich etwas entmutigt. Wie lang muss ich denn da wickeln, herrje?

Also habe ich wieder Tante Googel befragt, auf der Suche nach einer Alternative. Einen Wollwickler möchte ich mir nämlich immernoch nicht zulegen.
Alpis Strickbuch zeigt eine wunderbar einfache Methode, die ich das nächste Mal ausprobieren werde.

Ich halte Euch auf dem Laufenden. :)

gewickelte Wolle:
Firma: Rosy Green Wool
Qualität: cheeky merino joy
Farbe: Tiefer Ozean (dunkelblau)

Montag, 8. September 2014

die Taufe meines Neffen...

... war sooooo schön
Geschenke für meinen Neffen
Vorher musste ich ja noch die Geschenke einpacken.
Ich bin ein Freund von praktischen Geschenken und denke immer, was könnte man denn so gebrauchen.

Als Kind fand ich es großes Kino, wenn mir vorgelesen wurde. Außerden war ich ein riesen Fan vom Ost-Sandmännchen (ja, das Ost-Sandmännchen ist das einzig Wahre!). Also gab es 5 Sandmännchen-Bücher.
5 Sandmännchen-Bücher
Verpackt sahen die dann so aus:
Sandmännchen-Bücher verpackt
Die Mütze durfte natürlich auch nicht fehlen!
selbstgestrickte Babymütze
Verpackt sah die dann so aus:
Babymütze verpackt
Vor der Taufe habe ich extra noch eine Tupper-Party besucht und ein paar tolle Sachen gekauft.
Das ergonomische Kinderbesteck...
Kinderbesteck
Kinderbesteck
... den praktischen Breilöffel für unterwegs...
Breilöffel für unterwegs
Breilöffel für unterwegs
Breilöffel für unterwegs
... und den Kinderteller, der per Saugnapf an den Tisch geheftet werden kann.
Kinderteller mit Saugnapf-Funktion
Kinderteller mit Saugnapf-Funktion
Alles zusammen sieht das so aus:
Tupperware Geschenke
Tupperware Geschenke
Alles verpackt und mit Schleifchen drumrum sieht das dann so aus:
verpackte Geschenke
Zu Hause habe ich noch eine kleine Holzschale gefunden, in die die Geschenke super reingepasst haben.
Geschenke in der Holzschale
Natürlich durfte meine selbstgebastelte Karte nicht fehlen!
alles fertig verpackt
alles fertig verpackt
Mit den Geschenken und vielen Glückwünschen an Board haben wir uns auf den Weg zur Kirche gemacht.
Kirche
Vor der Kirche ist ein Brunnen. Hier habe ich als Kind schon gespielt. Wenn man übrigens zwei von den drei Wasserfontänen mit den Fingern verschließt, schießt an der letzten das Wasser bis über den Brunnenrand hinaus.
Das nur als Tipp. ;)
Brunnen vor der Kirche
Nach einem schönen Taufgottesdienst ging es dann weiter in eine Gutbürgerliche Gaststätte.
Und als ich auf der Karte gesehen habe, dass es Käsespätzle gibt, war die Entscheidung für mich gefallen.
Käsespätzle

Unter großem Hallo und vielen anerkennenden Ooooohs und Aaaaaahs wurden dann auch irgendwann alle Geschenke ausgepackt - meine natürlich auch.

Meine Schwester hat sich über die Sachen sehr gefreut. Der Spruch von Wilhelm Busch in der Karte kam genauso an, wie ich es erhofft hatte. Jeder musste lachen. :)

"Ein Onkel, der Gutes mitbringt, ist besser als eine Tante, die bloss Klavier spielt."
(Wilhelm Busch)

Die Mütze hat auch super gepasst. Zum Glück habe ich sie also etwas größer gestrickt, als in der Anleitung stand.

Mein Fazit: ein wunderschöner Tag - mit einer extra süßen Hauptperson. Zum Knutschen, der Kleine! <3