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Bin ich Wolle-kaufsüchtig?

Seit einigen Wochen beschäftigt mich ein Thema, das mich nicht mehr loslässt:
bin ich kaufsüchtig nach Wolle?


Stricken ist derzeit mein liebstes Hobby. Es entspannt mich und ich habe immer ein Erfolgserlebnis, wenn ich etwas schönes gestrickt habe. Egal ob Kleid, Pullover, Mütze.
Fürs Stricken brauche ich Wolle, klar. Aber ich habe deutlich mehr Wolle als ich verstricke. Ich stricke nicht so schnell wie ich Wolle kaufe.
Das war bisher kein großes Problem.

Als ich aber letztens mal wieder in einem Onlineshop für Wolle eskaliert bin und die Lieferung erhalten habe, habe ich freudestrahlend das Paket aufgerissen, alle Wollstränge gefühlt, gerochen, im Licht hin- und hergedreht, mir vorgestellt, was ich daraus stricken werde, mir vorgestellt, wie es sich anfühlt sie zu verstricken und dann habe ich sie vorsichtig in eine Schublade einer Kommode gelegt - und vergessen.

Kaum zwei Tage später habe ich mich schonwieder in einem Onlineshop für Wolle ertappt, wie ich meinen Warenkorb vollgepackt und durch die Kasse gejagt habe. Gleiches Szenario wie ein paar Tage davor. Paket bekommen - gefreut - aufgerissen - gefreut - Wolle angeschaut - gefreut - Wolle getätschelt - gefreut - in Kommode gepackt - vergessen.

Ihr ahnt es. Keine zwei Tage später war ich erneut in einem Onlineshop für Wolle unterwegs. Da hab ich aber kurz gezögert und gedacht - moment mal. Ich hab doch gerade erst Wolle gekauft. Und zwar nicht zu knapp.
Jaja, aber nicht so viel, sagte ich mir. Ist ja nur die eine Samla Box und ein bisschen was in der Schublade. Also nicht so viel.

Der Mann war dann für längere Zeit auf Dienstreise und ich hab die Tage genutzt, um meinen gesamten Vorrat an Wolle (in der Strickszene auch "Stash" genannt) rauszukramen und auf dem Küchentresen auszubreiten. Und auf dem Esstisch. Und auf dem Fußboden... und allen Esszimmerstühlen.

Ich war ehrlich gesagt schockiert. Ich wusste ja, dass ich einiges an Wolle habe - aber so viel?


Ihr wollt Zahlen, Daten, Fakten?
Bitteschön!

In meinem Stash schlummern
88.000 Meter Wolle (also 88 KILOMETER!!)
22.000 Gramm (also 22 KILO!!)
aufgeteilt auf 117 unterschiedliche Wollsorten und Farben.

Ich habe mir die Mühe gemacht und jedes einzelne Knäuel und jeden einzelnen Strang zu fotografieren und zu notieren.
Wer genau wissen möchte, was ich so habe, der kann das bei ravelry tun. Da habe ich alles eingepflegt.

88 Kilometer! 22 Kilo!
Wann soll ich das alles verstricken? Für eine Strickjacke brauche ich gerade mal 300g. Ich hätte also Wolle für 73 Strickjacken. Wann soll ich die alle tragen?

Ich habe alles ordentlich in Ziplock-Beutel verpackt und nach drei Kategorien sortiert.
Eine große Samla Box mit DK / Aran / Bulky



Eine weitere große Samla Box nur mit Lace.



Und eine riesige, riesige Samla Box nur mit Fingering und Sport


Ich habe also alles aus der Kommode ausgeräumt und ordentlich in die drei Boxen verstaut.



Ich habe nun also einen genauen Überblick über das, was ich habe.
Und beim Durchschauen habe ich keine einzige Schrott-Wolle entdeckt. Ich hatte aus meiner Anfangszeit des Strickens noch so einiges an günstiger Industriewolle aus dem einen oder anderen Ausflug zu großen Discountern. Da sich meine Vorliebe für bestimmte Wolle aber geändert hat, habe ich schon im letzten Jahr alles verkauft, von dem ich wusste, dass ich das im Leben nie verstricken möchte.
In meinem Stash habe ich also wirklich nur noch schöne Schätze, die ich alle verstricken möchte. Madelinetosh, Wollmeisen, Hedgehog, Malabrigo.

Und ich möchte mehr kaufen. Viel mehr! Ich schleiche schonwieder in Wollshops rum....
Ich kann nicht ständig kiloweise Wolle kaufen, sie in meine Kommode packen und vergessen.

Stellt sich die Frage: wann und warum kaufe ich Wolle? Darüber habe ich lange nachgedacht und folgende Gründe fallen mir ein.

1) Ich liebe das Kauferlebnis. Ich klicke mich gerne durch die verschiedenen Wollsorten, überlege mir passende Projekte, durchforste ravelry nach schönen Projekten aus dieser Wolle oder dieser Farbe und muss das dann haben. Dieser Kick macht mich glücklich. Ich bin ganz euphorisch, wenn ich eine Bestellung abgeschickt habe und weiß, dass ich in wenigen Tagen ein schönes, kleines Päckchen bekommen werde.
Dieser Kick hält aber nicht lange an. Nur wenige Tage. Dann kaufe ich wieder was.

2) Wolle kaufen lenkt mich von meinem Frust ab. Wenn ich einen ätzenden Tag habe, Mighty Mo unausstehlich ist, es seit drei Wochen ununterbrochen regnet und ich nicht vor die Tür komme oder oder oder, brauche ich dringend etwas, was mich aufheitert. Das geht am schnellsten mit Wolle kaufen.
Wie heißt es so schön in einem Werbespot: Klick - Klick - Glück. Genauso ist es. Ich kaufe Wolle und bin glücklich. Der Frust rückt für kurze Zeit in den Hintergrund und das Kauferlebnis steht im Vordergrund. Aber wie gesagt - das hält nicht lange an.
Und an meinem Wollvorrat lese ich ab, dass ich wohl ziemlich oft genervt und frustriert bin.

3) Sonderangebote! Ich bin ja so ein Opfer. Ein Opfer von Sonderangeboten. Sobald irgendwo eine Wollsorte reduziert ist (an dieser Stelle sende ich einen strengen Blick in Richtung Frau Lanade, die mich alle 14 Tage mit ihrer Rabattaktion in Versuchung führt) kippt in meinem Hirn ein Kippschalter um, der ganz laut schreit "KAUFEN!!!! Morgen bricht der dritte Weltkrieg aus, es gibt nie wieder Wolle zu kaufen, zu dem Preis schon gar nicht, wenn Du jetzt nicht kaufst, wirst Du diese Wolle nie nie nie nie nie wieder bekommen. Ende. Aus. Vorbei. Nie wieder. Nada. Nüscht. Also kauf schon. Kauf jetzt. JETZT!! Mach schon!!" Und wie ferngesteuert lade ich meinen Warenkorb voll und jage den Einkauf durch die Kasse, in dem Wissen, ein mega mäßiges Schnäppchen gemacht zu haben.
Obwohl ich weiß, dass ich so anfällig für solche Rabattaktionen bin, falle ich immer wieder darauf rein. Immer und immer wieder.

Es bringt nichts, wenn ich mich nun hinstelle und sage: ab sofort kaufe ich keine Wolle mehr. Das ist wie kalter Entzug. Das lässt mich unruhig werden, fahrig, genervt. Ich verbiete mir ja etwas, was mir große Freude bereitet. Und ich kenne mich und weiß, dass das nicht klappt.
Statt einer strengen Wolldiät versuche ich nun folgendes: ich werde öfter meine Wolle anschauen und streicheln. Das klingt komisch, ich weiß. Aber es beruhigt mich irgendwie.
Wenn ich also das Bedürfnis habe, aus Frust oder was auch immer Wolle zu kaufen, möchte ich mir kurz 5 Minuten Zeit nehmen und in meinen Woll-Vorrat abtauchen. Da entdecke ich dann bestimmt immer ein schönes Schätzchen, das ich vergessen hatte. Das wird mich vielleicht davon abhalten, weitere 22 Kilo Wolle zu kaufen.
Ich möchte mir ja gar nicht verbieten Wolle zu kaufen. Ich möchte nur gezielter kaufen. Also nicht aus Frust oder weil gerade ein Sonderangebot lockt. Sondern weil ich ein bestimmtes Projekt stricken möchte, für das sich in meinem Stash kein passendes Garn findet. Kontrollierter Wollkonsum eben.

Während ich das schreibe, merke ich schon, was das für ein großes Ziel ist. So ein bisschen bricht die Panik in mir aus. Oh Gott! Kein Kauferlebnis mehr! Kein Kick mehr! Waaaaaah!

Jetzt muss ich erstmal tief durchatmen und das ganze sacken lassen.

Mich würde brennend interessieren:
- kennt Ihr das auch?
- wie geht Ihr damit um?
- habt Ihr tolle Tipps oder Ideen, wie man seinen Wollkonsum zumindest kontrollieren kann?
- und wie viele Kilometer und Kilo schlummern in Eurem Stash? Zeigt es, auf Instagram gibt es dafür den Hashtag #flashyourstash.



Kommentare

  1. Mein gott, so wenig! Das waren mein erster Gedanke beim Anblick der 3 samla boxen.Willst du wirklich wissen wieviel ich hab?kann dir aber keine Kilometer oder Kilo Zahl nennen, dazu ist es zuviel. Halt dich fest, es sind 17!!!!samlaboxen der größten Sorte, stehen im Keller da in der Wohnung nur aktuelle (momentan 5)Projekte sind. Mein Mann hat spaßeshalber mal alles überschlagen und kommt auf 327 Jahre, die meine wolle reicht. Soooooo lange soll ich keine wolle kaufen?

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    1. 327 Jahre??? 17 Samlaboxen?
      Ok, Du hast gewonnen! ;)
      Mein Mann hat mal gesagt, dass ich ruhig noch so lang Wolle kaufen kann, wie ich sie in meiner verbleibenden Lebenszeit noch verstricken kann.
      Ich will aber meinen Konsum zumindest kontrollieren. Nicht mehr wahllos alles zusammenraffen, sondern gezielt kaufen.

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  2. Dachte ich auch... nur 3 boxen... ich habe sechs von den kleineren auf deinen bild...etwas auswahl braucht man und ich habe keine wolle mehr als drei jahre... wichtig ist das man den überblick behält.. ich werde nie mehr als diese boxen haben ... denn wenn ich was neues will mache ich zuerdt platz und verstricke alte... so hält sich mein wollhaushalt in meinen auferlegten grenzen... funktioniert bei mir wunderbar... euch allen gut sirick und viel spass dabei

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    1. Ich werde auch versuchen nicht noch weitere Boxen zu kaufen, sondern maximal diese drei. Und wenn kein Platz Ist, darf ich keine Wolle kaufen.

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  3. Hmmmmm ich dachte auch so wenig ...ich hab inzwischen zwei Zimmer voll ...also eindeutig viel zu viel ...irgendwie sollte ich mir vielleicht mal Gedanken machen sogenannte Schrottwolle mal zu entsorgen ..Also Altlasten aus meiner schon etwas längeren Vergangenheit ....

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    1. Ja! Raus mit der Schrottwolle!! Das hab ich im letzten Jahr gemacht und es hat dooyoo befreit. Den ganzen Mist aus Poly und Industriewolle - weg damit! 😁

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    2. Ersetze "dooyoo" mit "soooooo" (blöde Autokorrektur)

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  4. Ich kann zwar bei all euren Mengenangaben nicht mithalten, habe aber auch viel mehr Wolle in meinem Besitz als das ich sie in absehbarer Zeit sinnvoll verarbeiten könnte. Auch habe ich sie nicht ordentlich in Kisten an einem Ort gesammelt (dann würde mein Mann wahrscheinlich Schnappatmung bekommen) sondern strategisch an mehreren Orten in der Wohnung und im Keller ver(steckt)staut.
    Manchmal finde ich auch in einer Schublade ein Wollknäuel und denke nur 'ach da habe ich dich abgelegt' und feiere das Wiedersehen. Bin also eher der Woll-Messi :)
    Um mal die Fragen zu beantworten:
    - kennt Ihr das auch?
    Ja, sehr gut. Nicht so sehr das Online Einkaufen aber das Gefühl an keinem Wollladen vorbei gehen zu können ohne nicht wenigstens ins Schaufenster geschaut zu haben, oder die Hände in die Auslage vor der Ladentür gesteckt zu haben, oder, wenn Mann und Kinder nicht dabei sind, reinzugehen und mich von den Farben und Strukturen verführen zu lassen. Wenn der Einkauf dann getätigt ist stellt sich sofort gute Laune ein und ein dickes Grinsen im Gesicht. Zu Hause angekommen wird die Wolle dann erst mal in eine Lade gesteckt und evtl. auch dort vergessen.

    - wie geht Ihr damit um?
    Ich versuche die Wolle mit sinnvollen Projekten zu rechtfertigen. Meistens habe ich kein konkretes Projekt im Kopf wenn ich etwas kaufe. Wenn ich dann ein tolles Projekt finde, ist die richtige Wolle (Fadenstärke, Lauflänge oder auch Farbe) nicht da. Auch bin ich leider kein besonders talentierter Stricker. Mehr als Schals, Mützen und Socken habe ich bis jetzt nicht hinbekommen. Die Versuche einer Strickjacke waren sehr unbefriedigend und daher traue ich mich nicht das noch einmal zu machen (und dafür wieder Wolle zu kaufen). Im Moment stricke ich nur Socken (für mich) und versuche so, den Vorrat zu reduzieren.

    - habt Ihr tolle Tipps oder Ideen, wie man seinen Wollkonsum zumindest kontrollieren kann?

    Meine Kontrollinstanz bin zum einen ich selbst
    - ich habe eine sehr lauter innere Stimme die mich ermahnt und an die bereits vorhandenen Wollkilometer erinnert. Oft gewinnt die Stimme auch und ich gehe mit leeren Händen (aber immerhin mit dem guten Gefühl Wolle visuell und haptisch konsumiert zu haben) aus dem Wollladen. Wenn die Stimme verliert...siehe oben ;)
    Meine zweite Kontrollinstanz sind meine Kinder
    - hört sich komisch an, aber mit zwei kleinen Kindern in einer Mietwohnung ist einfach kein Platz für immer mehr Wolle da. Wir haben bestimmt 17 (oder mehr) Samla Boxen im Keller stehen. In denen ist aber die abgelegte Kleidung vom älteren die darauf wartet dass der jüngere reinwächst. Oder die abgelegte Kleidung vom jüngeren die ich noch nicht verkaufen oder verschenken konnte. Und da auch für diese wirklich wichtigen Sachen eigentlich immer zu wenig Platz ist, könnte ich weder vor mir noch vor meiner Familie rechtfertigen wenn ich kiloweise Wolle einlagern würde.
    Ist bestimmt auch ein Grund warum ich bewusst oder unbewusst die gekaufte Wolle wie ein Eichhörnchen mal hier und mal da verstaue und teilweise vergesse.

    Nichtsdestotrotz liebe ich meine Wolle und werde auch nicht aufhören sie (in Maßen) zu kaufen. Und es werden immer ein paar Knäule auf Vorrat bei mir liegen :))

    LG Birgit

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  5. Liebe Julia,
    danke für diesen schönen und ehrlichen Blogpost. Ich kenne das Gefühl des Glücks beim Kauf, allerdings nicht von Wolle - obwohl ich da ein bisschen etwas da habe - sondern von Büchern. Und Deine 88 Kilometer und 22 Kilo entsprechen somit den sicherlich 300 - 400 ungelesenen Büchern, die bei mir herumschlummern. Ich habe mir tatsächlich ein Buch-Kaufverbot erteilt und es gibt hier nur bestimmte Ausnahmen (zwei Basare pro Jahr und wenn ein neues erscheint einer Reihe die ich habe sowie Geburtstag.
    Das klappt ganz gut, weil ich auch gar keine Platz für neue Bücher habe und es mich schon ein bisschen nervt, wenn überall Bücherstapel herumliegen.
    Noch ein Wort zur Wolle: Dadurch, dass ich Deinen Blog lese, werde ich schon animiert, Woche zu kaufen, um auch so schöne Dinge zu stricken. Da ich aber immer noch totale Anfängerin bin, mache ich es wirklich so, dass ich mir Woche für ein Projekt kaufe (als nächstes der Drachenfels) und erst, wenn ich das verstrickt habe, gibt es die nächste. Klappt aber nur, weil ich tatsächlich andere Hobbies habe, die mir wichtiger sind.
    Ich lese aber gerne sehr gerne über Deine Projekte und freue mich, was Du alles aus den schönen Wollsorten stricken wirst.
    LG Diana

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  6. Liebe Julia-Maria,
    dieses Thema beschäftigt mich auch schon lange. Die Versuchungen, ständig neue Wolle zu kaufen, sind sehr groß. Ich habe mehr als 20 Boxen, plus eine große Schubladenkommode und mehrere herumliegende Beutel. Die meiste Industriewolle habe ich auch schon verkauft, also wie Du, habe ich nur Wolle, aus der ich auch etwas stricken will. Abgesehen von der finanziellen Seite (kaufm. handelt es sich um gebundenes Kapital) finde ich den Druck aufgrund der Menge, die man um sich hat, ziemlich heftig, ich bin fast 50, wann soll ich das alles verstricken? Und ständig gibt es neue Wollen. Aber: ich schaue jetzt öfter in die Boxen und Schubladen und freue mich über die schöne Wolle und erst gestern habe ich den Finger vom Warenkorbklick gelassen. Ich reduziere schon länger meinen Klamottenkonsum und fertige Modelle, die zu meinem Bestand passen. In meinem Stricktreff gibt es niemanden, der eine Anleitung aussucht, und sich dann die passende Wolle kauft, es ist eher umgekehrt. Bei Deinem Stash brauchst Du Dir bestimmt keine Gedanken machen, der ist doch eher klein. Ab und zu verschenke ich auch ein paar Schätzchen zum Geburtstag. Auf dem Instagramhastag werde ich auch gleich meinen Stash einstellen (knittingsharky). Beste Grüße Anja

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  7. Liebe Julia-Maria,

    ich denke, die meisten von uns weisen ähnliche Suchttendenzen auf. Und ja - ich würde da durchaus von Sucht sprechen. Vor allem die Frustbekämpfung mit anschließendem Glücksgefühl scheint dafür ein eindeutiges Indiz zu sein.

    ABER:
    1) So viel hast Du auch wieder nicht. Jedenfalls kein Vergleich mit meinen Bergen. Ich weigere mich allerdings kategorisch, die zu vermessen und zu katalogisieren, denn a) geht das von der Strickzeit ab und b) müsste ich mich dann dem Ausmaß meines Wahnsinns stellen ...

    2) Was Süchte anbelangt, ist das doch noch eine recht unbedenkliche - jedenfalls solange Du für Deine Kaufräusche keinen Kredit aufnehmen musst.

    Sich vorzunehmen keine Wolle mehr zu kaufen, bringt in der Tat nichts, weil man das ohnehin nicht durchhält und sich dann bloß neuer Frust über die Willensschwäche einstellt. Was das Unbehagen etwas reduzieren kann ist, sich zumindest für einen gewissen Zeitraum (z.B. die nächsten zwei Monate) vorzunehmen, mehr Meter zu verstricken als man kauft.

    Die gebunkerten Schätze in regelmäßigen Abständen hervorzuholen hilft auch - schon weil sie dann nicht in Vergessenheit geraten und man fürs nächste Projekt nicht automatisch was Neues kauft, sondern sich erinnert, dass man dafür doch das genau Passende hat ...

    Und was die Sonderangebote angeht: Ich kann auch keinen widerstehen - außer denen von Lanade. Nämlich seit ich mir klar gemacht habe, dass die wirklich mindestens zweimal pro Jahr wiederkehren und man absolut nichts versäumt, wenn man mal aussetzt ...

    Liebe Grüße,
    Ute

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  8. Liebe Julia-Maria,

    auch mir geht es ganz genauso...und ich musste wirklich schmunzeln weil "wir" so viele sind :-))
    Ich versuche auch immer wieder aus dem Stash zu stricken, was mal mehr und mal weniger gut funktioniert. Zwischendurch gibt es dann aber immer wieder mal was Neues...

    Man muss wirklich aufpassen finde ich - oft erwische ich mich sogar dabei das ich bei Ravelry die, ich weiß nicht wievielte Anleitung erwerben möchte, weil das Modell eben sooo toll ist oder gerade reduziert angeboten wird, oder, oder, oder...Hilfe...ich kann auch niemals all das verstricken was ich angesammelt habe.

    Man kann nur versuchen sich selbst zu kontrollieren - vielleicht nur 1 x pro Monat etwas Neues kaufen (egal ob Wolle, Anleitung oder Zubehör) und so langsam zu reduzieren denke ich.

    Was mich jetzt brennend interessieren würde - wo bzw. wie hast Du oder die anderen Mitleser hier die "nicht so schöne" Wolle verkauft.
    Bei mir schlummern noch jede Menge Polyteilchen-Knäuel aus meiner Granny-Häkel-Phase und einiges andere das ich einfach eh miemals verstricke weil ich es nicht mehr mag.

    Ich wäre für Tipps sehr dankbar :-)

    Herzliche Grüße und eine schöne Restwoche,
    Marion

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  9. Liebe Julia,
    mir haben im letzten Jahr drei Dinge die Augen geöffnet, was meinen Wollkonsum angeht. Erstens hatte Kiki von wollbindung ein Stash-Projekt, das sich nicht sklavisch an Kaufverboten orientiert hat, aber doch die Projekte am Vorrat ausrichtete. Ich fand sowohl die Projekte als auch das Nachdenken über diese Vorgehensweise sehr inspirierend. Während ich Woche für Woche die Beiträge las, habe ich zweitens begonnen, meinen Wollvorrat & die ganzen Anleitungen zu sortieren, aber vor allem eine fortlaufende Liste angelegt, was ich Monat für Monat eigentlich für Muster, Zubehör und Wolle gekauft hatte. Das Wichtigste für mich ist der Überblick und das Gefühl, mich nicht im Bermudadreieck der Spontankäufe zu verlieren. Stricken ist ein wahnsinnig kreatives Hobby, und das Kaufen hat mir immer das Gefühl verliehen, dass ich die kreative Option bereits eingelöst hätte. Diese Verbindung zu lösen und wieder im Strickprozess das Kreative zu sehen, das hat gedauert. Dazu beigetragen hat drittens Andrea von fruityknitting, als sie über ihren Stash sprach. Sie besitzt nämlich keinen und empfindet es als Freiheit, die Projekte anschlagen zu können, die sie gerade machen möchte. Deshalb habe ich für die Pullovermengen aufgeschrieben, was mir für Projekte konkret vorschwebten, als ich sie kaufte. Denn mit dem Verräumen sind auch meist die Ideen verschwunden. Wenn ich dann durch den Ordner mit den Projektideen blätter, kann ich mir die Freiheit nehmen, an die Vorratskiste zu gehen oder eben doch ein Garn zu kaufen, das ich ausprobieren möchte. Je nach Priorität, der Vorrat entfaltet seinen Zauber, wenn er konkret wird. Lg Mimi

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  10. Ha, ein sehr interssanter Post! Wolle kaufen geht soviel schneller als verstricken. Bei SToff ist es ähnlich. Nicht von ungefähr bin ich seit zwei Jahren auf SToffdiät und versuche den Stoffberg abzubauen, den ich mir mit viel Freude zusammen gekauft habe. Vor dem Nähhobby kam das Strickhobby, da war es ähnlich. Wolle kaufen machte mich glücklich, nur das Stricken dauerte soo lange. Eine Inventur ergab dann, dass ich 44 Paar Socken stricken konnte, ohne einen Wollmangel zu erleiden. http://kuestensocke.blogspot.de/2009/07/44-paar-socken.html Dies umgerechnet auf den durchschnittlichen jahresverbrauch waren dann 6 Jahre .... seit dem fiel es mir leichter, Wolle nur anzuschauen und nicht zu kaufen. Ich habe mich von News lettern abgemeldet um die Versuchungen zu reduzieren..... Tja das hat gut funktioniert. Dann verlagerte sich die Kauflust auf Stoff und auch nach abgebauten 150 Metern in zwei Jahren, habe ich immer noch gut 70 Meter Stoff im Lager und ringe bei jedem Stadtbummel damit, das Stoffgeschäft zu meiden... Hart. Nützt aber nichts. Ich will mich nicht von meinen Beständen beherrschen und erdrücken lassen. In diesem Sinne. Wünsche ich Dir gute Entscheidungen und viel Zeit zum stricken! LG Kuestensocke

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  11. Liebe Julia, ich dachte bisher ich habe viel Wolle......jetzt muss ich sofort den nächsten Shop ansteuern und einkaufen... :-) In unserer kleinen Wohnung habe ich einen Schrank voll Wolle weil einfach zu wenig Platz ist um noch einen weiteren Schrank zu füllen. Wenn ich aber so könnte wie ich möchte....dann hätte ich ein ganzes Zimmer voll. Ich kann dich sehr gut verstehen, ich liebe es auch wenn der Postbote mit einem kleinen Wollpaket klingelt oder wenn ich in meinem Lieblingsshop bin und all die Wolle fühlen kann. Es fällt mir dann wirklich extrem schwer mir zu sagen..."nein...du hast mehrere Projekte auf der Nadel und noch genug Wolle"
    Im Frühjahr habe ich viele angefangene Projekte weiter gestrickt....versucht einiges an Wolle zu verarbeiten...und siehe da.....ich kann bald wieder einkaufen!! *lach
    Aber es war eine verdammt harte Zeit. Vor allen Dingen habe ich nicht soviel Zeit wie ich stricken möchte und stricke auch nicht so schnell. Ich fange ein Projekt an, habe inzwischen wieder zig Anleitungen und will natürlich lieber mit den neuen Sachen anfangen. DAS ist mein Problem, ich habe zig Sachen auf den Nadeln und fange immer wieder was Neues an.
    Aber hey.....andere tragen ihre Kohle in die Kneipe und saufen....da denke ich mir das Stricken gesünder ist.... ;-)
    LG
    Marion

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  12. Ich habe vor drei Monaten angefangen, auf ravelry alle meine Wollschätze zu erfassen. So ist mir auch bewusst geworden, was ich alles habe. Dann bin ich dort in zwei Gruppen. In der einen Gruppe stricken oder häkeln wir jeden Monat in einem Kal ein Projekt. In der anderen Gruppe werde ich meinen stash los, indem ich die Wolle selber verarbeite oder aber verschenke oder verkaufe. Während drei Monaten mache ich das und kaufe nichts Neues. Dann darf ich mir (als Belohnung) 20 % Wolle neu kaufen. Also zB 500 g Wolle weg - ich darf 100 g kaufen. Und das ist dann bei mir wirklich schöne Wolle zB von Wunderwolle oder Hedgehog, ...
    eine grosse Menge kaufe ich nur noch für ein bestimmtes Projekt. Ich sehe eine Jacke, die ich stricken will? Dann kaufe ich mir die Wolle und fange dieses Projekt dann auch an.
    In der Vergangenheit war es so, dass mir die Wolle nach Jahren nicht mehr gefiel. Wie mir auch die alten Zeitschriften nicht mehr gefallen. Weg damit!
    dafür freue ich mich jetzt umso mehr über die wirklich schöne Wolle, die ich habe und verstricken kann.
    Liebe Grüsse
    Milena

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  13. Hallo Julia,
    ich habe die letzten Tage auch einmal ausgemessen, nachdem ich deinen Beitrag gelesen habe. Das Ergebnis kannst du hier nachlesen: http://www.missknitness.de/wolle-kaufsuechtig/
    Fazit: Du bist nicht allein ;)
    Liebe Grüße,
    Jana

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