Direkt zum Hauptbereich

Verunglückte Stulpen oder "ich probier mal was aus"

Ganz begeistert von der Fertigstellung meines ersten Schals, habe ich mich an das nächste Objekt gewagt.
Beinstulpen.
Ich find das im Winter so schön. Winterrock, blickdichte Strumpfhose, Beinstulpen und schöne Stiefeletten oder Ankle-Boots. In den Look habe ich mich verliebt und dazu wollte ich mir passende Beinstulpen machen.

Die Stulpen sollten aber nicht einfach zwei-links-zwei-rechts sein, sondern ich wollte dazu ein ausgefallenes Muster haben. Und da ich mit der Zopfnadel bereits bestens bekannt bin, sollte es irgendwas in der Richtung sein.

Gesucht und gefunden - eine Anleitung für ein tolles Muster.
Gefunden auf petrastrickt.de. Ich habe das Muster aus ihrer Anleitung für die Armstulpen verwendet.

Los ging es.

Wolle: Schachenmayr Bravo
Farbe: 08295 (grau)
Nadelstärke 4,0

Wolle: Schachenmayr Bravo, Light 3

Farbe: 08295 (grau - unschwer zu erkennen)

Rundstricknadel Stärke 4 und passende Zopfnadel

Der Anfang war noch ganz einfach. Maschenanschlag und dann immer zwei links-zwei rechts im Bündchenmuster weiterstricken.

Maschenanschlag - *2 L 2 R* fortlaufend wiederholen.

Aus der Anleitung habe ich nur das Chart verwendet. Ich gebe zu, dass ich sehr, sehr lange nachdenken musste, wie ich das nun angehe. Ich bin ja noch Anfänger und musste mich wirklich tief in die Materie eindenken.
Das Strickmuster ist nämlich für Stricken in Runden gedacht - und ich stricke in Reihen. Wenn ich also die Reihen genauso stricke, wie sie auf dem Strickmuster aufgezeigt sind, wird da nichts draus.
Also habe ich gelernt: ein Strickmuster ist immer der Blick von vorne auf das Strickstück.

Heißt:
Hinrunden gemäß Strickmuster von rechts nach links lesen und stricken.
Rückrunden werden von links nach rechts genau spiegelverkehrt gelesen. Was auf der Strickanleitung als linke Masche gekennzeichnet wird, wird auf der Rückrunde rechts gestrickt. Denn wenn man das Strickstück umdreht, passt dann wieder alles.

Ich sags Euch - bis ich das mal raushatte, hat mich das echt Nerven gekostet.
Aber ich bin eine wichtige Lektion in meiner Strick-Karriere weitergekommen. Nur so lernt man, oder? :-)


Das ist mein gestricktes Ergebnis für das Muster.

Das Muster habe ich bis auf einen mini-mini-mini kleinen Fehler (den die erfahrene Strickerin sofort finden wird) auch super gut hinbekommen. Gefällt mir total gut!

Dann habe ich die Stulpe im Grundmuster zwei-rechts-zwei-links einfach zu Ende gestrickt. Zumindest, bis das erste Wollknäuel aus war.
Dann habe ich die Maschen abgekettet.

Und dann fingen meine Fehler an.

Stulpe fertig gestrickt - mit schlecht vernähtem Anfangsfaden.

Die Stulpe war also soweit fertig. Nun musste der Anfangsfaden vernäht werden. Ganz pragmatisch hab ich mir gedacht, dass ich den einfach einmal quer durch die Maschen vernähe.

Ja, tolle Idee, sag ich Euch. Jetzt guckt Euch mal an, wie das aussieht. Schön ist anders, oder? Man sieht total den Fadenverlauf. Außerdem ist die Stulpe an der Stelle nicht mehr dehnbar. Leuchtet ja auch ein.

Naja, hab ich mir gedacht. Dann steckst Du halt das untere Stück immer in die Stiefel, sodass es keiner sieht.

Dann habe ich die beiden Seiten zusammengenäht.
Von vorne sah die Stulpe auch echt gut aus, fand ich.

Beide Seiten zusammengenäht. Stulpe von vorne.

Aber von hinten ging das gar nicht.
Wie sah das denn bitte aus?



Oben und unten hat sich das Strickstück total verzogen. Wahrscheinlich lag das daran, dass ich den Maschenanschlag mit dem doppelten Faden gemacht habe und oben dann ganz locker abgekettet habe. Sodass die Grundform oben und unten breiter war als die Mitte.

Ok, wieder was gelernt. Den Maschenanschlag mit dem doppelten Faden lasse ich bei solchen Sachen zukünftig weg. Und oben wird strammer abgekettet.

Schon beim Anprobieren der ersten Stulpe habe ich sofort gesehen, dass die so hässlich ist, dass ich sie niemals anziehen werde.
Ich habe dann zwar noch versucht alle möglichen Schuhe, Stiefeletten, Stiefel, Strumpfhosen, Röcke und Hosen dazu zu kombinieren.

Das Ergebnis war immer das Gleiche: hässlich, hässlich, hässlich.

Ich denke es ist verständlich, dass ich gar nicht erst versucht habe, eine zweite Stulpe zu stricken.
Aufdröseln war der Weisheit letzter Schluss. Zu retten war da einfach nix mehr.

Da ich mich aber so in die Vorstellung von schönen Winterstulpen verliebt habe, habe ich mir einfach schnell schwarze Strickstulpen bei Tchibo geholt.

Diese Stulpen habe ich dann genau untersucht.
Wie ist das Material?
Welche Maße haben die Stulpen?
Wie sind die Stulpen gestrickt? (ich weiß - maschinell.....)
Wie ist die Verarbeitung?

Und ich musste feststellen, dass diese Stulpen genau meinen Vorstellungen entsprachen. Das, was ich aber verwurstet hatte, ganz, ganz weit weg davon war.

Naja, eine Erfahrung reicher.


Mal sehen, was ich als Nächstes mache.

:-)

Übrigens habe ich das Muster in meinem Loopschal verwendet:
- ein neuer Loopschal entsteht
- der Loopschal ist fertig

meistgelesen

Socken 4.0: Toe Up Socken im Minecraft-Muster

Meine Socken-Strick-Kenntnisse möchte ich einerseits mal wieder etwas auffrischen und andererseits erweitern.

Bisher habe ich in meiner Strick-Karriere 3 Paar Socken gestrickt. Ja, und auf alle 3 Paar bin ich echt stolz.

1. Paar: Spiralsocken (ohne Ferse) 2. Paar: Socken mit Ferse im Zimtwaffelmuster 3. Paar: Yogasocken mit Zopfmuster (ohne Ferse und ohne Spitze)
Diesmal wird der Schwierigkeitsgrad etwas erhöht:
ich stricke die Socken nicht für mich selber sondern in Herrengröße 43/44 (somit bringt es nichts, wenn ich die Socken zwischendrin selbst anprobiere)ich stricke die Socken diesmal nicht vom Bündchen zur Spitze sondern von der Spitze zum Bündchen (sogenannte Toe-Up Socken)Wolle:
DAS! Sockengarn
Color 313
Sockenwolle 4-fach
filzfrei
50 g ~ 210 m
75% Schurwolle (superwash)
25% Polyamid
Maschinenwäsche 30°C

Nadelstärke 2,5




Die erste Herausforderung lässt auch nicht lange auf sich warten: wie mache ich einen Maschenanschlag für eine Toe-Up-Socke?
Wie stricke ich die Spitze?

Ich h…

Die Drei-Nadel-Technik...

... oder Zusammennähen ist ja so was von gestern.


Hallo, mein Name ist Julia und ich kann nichts zusammennähen. Alle Stricksachen, die irgendwo eine Naht haben, sind mir ein Graus. Wer jetzt aufschreit und sagt "Oh nein, aber das ist doch so einfach!" dem möchte ich sagen: Nein. Ist. Es. Nicht.
Es ist eine Kunst, etwas zusammenzunähen und dabei nicht zu viel oder zu wenig Fadenspannung an den Tag zu legen. Alles, was ich zusammennähe, nähe ich zu fest, sodass sich alles verzieht und einfach doof aussieht.

Aber ich weiß mit meinem Defizit umzugehen. Organisation ist alles.
Zuerst einmal vermeide ich alle Strickanleitungen, bei denen man etwas zusammennähen muss. Und erstaunlicherweise klappt das sehr, sehr gut. Sämtliche Kleidungsstücke (Kleider, Pullover, Strickjacken...) stricke ich in einem Teil von oben. Entweder als Raglan oder mit Rundpasse.

Wenn ich dann aber doch in die Misere des Zusammennähens komme, versuche ich mir auch da zu behelfen. Vor ein paar Jahren habe ich…

der #TahitiKAL geht in die zweite Runde

MysteryKAL Ankündigung
[ dieser Beitrag enthält Werbung und Werbelinks ]

UPDATE -  der Anstrick-Event am 21. März findet aufgrund der aktuellen Situation nicht statt. Bleibt zu Hause, ladet Euch die Anleitung runter, habt Spaß beim Stricken und bleibt gesund.

Uuuuuuuhhh Ihr Lieben, bald geht's los. Es dauert nicht mehr lange und wir, Schachenmayr und ich, starten mit der zweiten Auflage des #TahitiKAL.
Nachdem Ihr uns im letzten Jahr mit Eurer Teilnahme förmlich überrollt habt und ich auf allen Kanälen nur noch #TahitiKAL gesehen, gelesen und dann ganz oft in freier Wildbahn in Echt bewundern durfte, war schnell klar, dass wir eine zweite Runde drehen werden.


Und alle, die jetzt in Schockstarre geraten und an die herausfordernden Rückreihen vom letzten #TahitiKAL denken: keine Sorge. Hammwa diesmal nich. :)

Der letzte #TahitiKAL in Zahlen:
- knapp 1.800 Beiträge unter dem Hashtag #TahitiKAL auf Instagram
- über 6.700 Downloads der kostenlosen Anleitung auf Ravelry (unique)
- 279