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Rückblick 2020

Rückblick 2020
[dieser Beitrag enthält Werbung und Werbelinks]
 

Was war das für ein Jahr. Unglaublich. Wirklich, absolut unglaublich. 2020 war mit Abstand das anstrengendste Jahr, an das ich mich erinnern kann. Stressig ist es ja immer mal und dass die Monate nur so an einem vorbeiziehen, kennt man ja auch. Aber 2020 hat wirklich alles getoppt - auf allen Ebenen.
 
Ich will gar nicht rumjammern, weil ich das allgemeine Gejammere selbst nicht mehr ertragen kann.
Ich denke, dass wir alle weltweit unter dieser Situation gelitten haben. Egal ob gesundheitlich, wirtschaftlich oder psychisch. Viele haben liebe Freunde und Verwandte verloren. Diese Vielzahl von Herausforderungen, denen wir uns so urplötzlich stellen mussten, hat uns doch alle viel Kraft gekostet.
 
Ich möchte mit diesem Blogbeitrag auch ganz bewusst nicht das Schlechte in den Mittelpunkt rücken, sondern vielleicht macht man sich mal Gedanken, was man an Positivem aus der ganzen Sache mitnehmen kann. Und wenn es auch nur der Tatsache dient, dass man einen Grund findet, trotzdem jeden Morgen aufs Neue aufzustehen und weiterzumachen. Trotz allem, was man im letzten Jahr erlebt hat. 
 
Was ich an Positivem aus der ganzen Sache mitnehme:
Stricken ist in Zeiten von Social Distancing und Stay at Home die absolut richtige Freizeitbeschäftigung. Zeitweise musste ich wirklich lachen, als am Anfang des ersten Lockdowns Bilder durchs Internet kursierten, auf denen stand "Mädels, bleibt ruhig, auf diese Situation haben wir uns jahrelang vorbereitet." Natürlich fehlt mir der persönliche Austausch in den Stricktreffs und ich war wirklich traurig, dass ich die fest eingeplanten Wollfestivals in Düsseldorf und Porto/Portugal nicht besuchen konnte, weil sie leider abgesagt wurden, aber immerhin konnte ich weiterhin stricken. Mein ganzes Dachgeschoss ist voller Wolle, Projekte hat man ja sowieso immer genug, ich war also gewappnet.
 
Ich weiß ja nicht, wie es nach der ganzen Corona-Geschichte weitergeht, aber von mir aus können wir gerne auch weiterhin aufs Händeschütteln verzichten. Ich finde es toll, wenn man sich kurz zuwinkt aber das Händeschütteln brauche ich nicht.

Und ich finde es toll, dass man allgemein beim Schlangestehen Abstand hält. Niemand rammt mir mehr im Supermarkt den Einkaufswagen in die Hacken oder niemand atmet mir genervt beim Bäcker direkt in den Nacken.

Endlich kann ich überall mit Karte zahlen. Ich bin kein Freund von Bargeld und möchte zumindest überall die Möglichkeit haben, mit Karte oder auf anderem elektronischen Weg zu zahlen - auch beim Bäcker. Denn wenn ich 50 Euro im Geldbeutel habe, frage ich mich 3 Tage später, wo das Geld hingegangen ist, wenn nur noch 5 Euro übrig sind. Und die Arbeit mit einem Haushaltsbuch mache ich mir nicht mehr. So kann ich bequem einfach aufs Konto schauen, sehe die Abbuchungen und habe automatisch ein geführtes Haushaltsbuch mit allen Ausgaben und Einnahmen.
Bargeld ist für mich außerdem immer ein mords Aufwand. Auf dem Dorf ist es nicht so einfach, einen funktionierenden Bankautomaten zu finden. Entweder wurden alle geschlossen und man muss 5km weiter fahren oder er ist defekt. Kartenzahlung kann bitte gerne so bleiben.

Mein Lieblingssupermarkt hat das kontaktlose Einkaufen eingeführt. Als ich vor ca. 15 Jahren das letzte Mal in Paris war und in jedem Supermarkt meinen Einkauf selbst scannen und bezahlen konnte, ohne dass ich mich in endlose Schlangen am Kassenband einreihen muss, war ich völlig begeistert. Darum hab ich die Franzosen nun 15 Jahre lang glühend beneidet. Bei mir im Umkreis war bei Ikea oder im Baumarkt die einzige Möglichkeit, den Einkauf selbst zu scannen. Aber bei mir auf dem klitzekleinen Dorf ist ein riesiger REWE-Markt, der alle meine Wünsche erhört hat. Beim Reingehen nehme ich mir ein mobiles Scanner-Gerät, drücke es meinem Kind, das im Einkaufswagen sitzt, in die Hand und lasse von ihm jeden Artikel scannen, den ich in den Wagen lege. Somit kann ich bereits beim Einkaufen meine ganzen Körbe und Taschen so befüllen, wie ich es brauche und muss nicht hektisch am Kassenband alles rausräumen und dann wieder reinwerfen. Außerdem kann ich damit mein Tempo selbst bestimmen. Und das Kind ist auch beschäftigt und rennt nicht zu den Schokoladenregalen. Und ich sehe immer den aktuellen Einkaufwert. Eine win-win-win-Situation. Am Ende stecke ich beim Rausgehen den Scanner in die Station, bezahle mit Karte und das wars. Danke, REWE! (Werbung aus tiefster Überzeugung und Kundenzufriedenheit!)

Restaurants mit Take Away. Durch die Corona-Krise haben sich meine Ausgaben im Gastronomie-Sektor nicht verringert, sie haben sich nur auf die Läden konzentriert, die einen Take Away angeboten haben - und das noch am liebsten gepaart mit direkter Online-Bestellung und -Zahlung. Mein Favorit ist ein Restaurant, bei dem man online bestellt, Tag und genaue Uhrzeit der Abholung angibt, online bezahlt und dann einfach hinfährt, auf dem reservierten Take-Away-Parkplatz parkt und ohne weitere Aktion das Essen nach draußen zum Auto gebracht bekommt. So funktioniert Gastronomie in kontaktlosen Zeiten wunderbar! Und dort haben wir sehr, sehr, sehr oft bestellt und abgeholt.
 
Einfach mal das allgemeine Umdenken, es geht auch anders, man muss sich nur Gedanken machen. "Hamwa nich, machenwa nich" ist halt nicht mehr. Es ist plötzlich so viel möglich gewesen, einfach weil es nicht anders ging. Und schwuppdiwupp gab es kleine stationäre Läden, die plötzlich einen Online-Shop aus dem Boden gestampft haben, der vorher absolut undenkbar war. Natürlich muss der Stationäre Handel bleiben. Der muss auch aktiv unterstützt werden, egal ob Buchhandlung oder Wollgeschäft, weil sonst alle Innenstädte und Einkaufsstraßen total eintönig werden.
Ich will das Ganze auch nicht auf den Handel begrenzen. Es gibt so unglaublich viele Beispiele, bei denen man sieht, dass es eben doch geht. Da, wo es möglich ist, Homeoffice, Videokonferenzen statt Dienstreisen etc. etc. etc.

Und Ihr? Gibt es etwas, was Ihr positiv empfindet? Oder wo Ihr aktiv umdenken und neue Wege beschreiten musstet, die sich anfangs vielleicht als herausfordernd aber bisher als lohnend erwiesen haben?
 
Aber nun - kommen wir zum stricktechnischen Teil des Jahresrückblicks. ENDLICH - ich weiß! Wie auch in den letzten Jahren 2017, 2018 und 2019 zeige ich Euch im Jahresrückblick die Bilder, die Euch über die ganzen 365 vergangenen Tage auf meinem Instagram-Kanal am besten gefallen haben., die am meisten geherzt wurden und die überhaupt absolute Sahne sind.

Es freut mich natürlich ganz besonders, dass von den 9 Bildern ganze 5 Bilder Designs von mir zeigen. Das freut mich wirklich, wirklich sehr. Danke, danke, danke!

Gleich drei Mal vertreten auf den Plätzen 1 und 8 ist ein Tuchdesign von mir, das mir wirklich sehr, sehr viel Freude gemacht hat. Der Candy Shop Shawl. Ich weiß, dass ich eigentlich sagen müsste, dass mir alle Designs viel Freude gemacht haben, aber der Candy Shop heißt nicht umsonst Candy Shop, denn ich habe Unmengen an farblich passenden Süßigkeiten beim Stricken gefuttert. Hahahahaha! Im Lockdown kann man das schonmal machen, oder?
Alle weiteren Informationen zum Tuch und die Anleitung bekommt Ihr auf ravelry.
 



Auf Platz 2 ist mein aktuellstes Großprojekt, das ich in diesem Jahr gestrickt habe: der Starflake von Westknits. Mit dem warmen Karemellton (gefärbt von Kate YarnToYou) habe ich mich sehr weit aus meiner Komfortzone herausgewagt. Aber das war geplant. Ich habe mir diese Farbe ganz gezielt färben lassen und bin vom Ergebnis wirklich begeistert.
Alle weiteren Informationen zu dem Tuch findet Ihr in diesem Blogbeitrag.
 
 
Weiter im Rückblick auf den Plätzen 3 ist das Soldotna Crop Top, das ich ebenfalls im Lockdown gestrickt habe. Die Farbkombination war eine reine Zufallsbekanntschaft, als die Knäuel beim Umräumen meiner Wollvorräte zufällig nebeneinandergekullert sind. Tja, was soll ich sagen - die 80er Jahre Retro-Farbkombination war geboren und wurde sofort verstrickt.
Alle weiteren Informationen zu dem Oberteil findet Ihr in diesem Blogbeitrag.

Auf Platz 4 hat sich auf den letzten Metern vorgestern noch ganz heimlich der Plaidventshawl in die top neun geschlichen. Dabei handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Das Mondschaf und mir. Denn ich habe die Anleitung (den Plaidventshawl) zum diesjährigen Woll-Adventskalender von Das Mondschaf beigesteuert. Und hier seht Ihr das Ergebnis. Farbenfroh und bunt!
Die Wolle bekommt Ihr im Paket zwar nicht mehr, aber dafür gibt es die Anleitung ab dem 1. März 2021 für alle auf ravelry.
 

Auf Platz 5 ist ein echter Evergreen. Das Tuch Black or White aus meinem Buch Mosaiktücher Stricken. Es handelt sich hierbei um ein symmetrisches Tuch mit Mosaikmuster - gestrickt aus Lamana Milano. In der schwarz/weißen Farbkombination wirklich mit jedem Outfit kombinierbar. Ich trage es tatsächlich sehr, sehr oft.


Auf den Plätzen 6 und 7 ist wieder ein Design von mir. Hier seht Ihr die Anfänge des JaqaruKAL, den zweiten MysteryKAL, den ich zusammen mit Pascuali veranstaltet habe.
Wer das zweifarbige FairIsle Muster nachstricken möchte, der kann sich die kostenlose Anleitung einfach auf ravelry herunterladen. 
 
 
 

Auf Platz 9 ist das wohl luxuriöseste und exclusivste Projekt, das ich 2020 gestrickt habe: der Venja Cardigan aus reinem Pascuali Bio Cashmere. Oh ja. Und der Cardigan ist wirklich so kuschelig weich wie man ihn sich vorstellt.
Alle weiteren Informationen zur Strickjacke findet Ihr in diesem Blogbeitrag.


Das war es also, mein verstricktes Jahr 2020. Ohne Euch, Eure Mithilfe bei Test- und Modellstricks, ohne Euer Feedback, Eure Unterstützung, Eure Likes und Kommentare wäre kein einziges dieser Projekte umsetzbar gewesen.
Ich danke Euch, dass Ihr immer wieder bei mir vorbeischaut. Ihr da draußen seid die Allerbesten.

So, und jetzt lehne ich mich zurück. Heute gibt's ein bisschen Raclette und wahrscheinlich werde ich wieder um 22 Uhr auf der Couch einschlafen. Wie jedes Jahr. Egal.

Euch wünsche ich einen guten Rutsch ins neue Jahr. Bleibt gesund, passt auf Euch auf, habt Spaß und ich würde mich freuen, wenn Ihr auch im neuen Jahr immer mal wieder bei mir vorbeischaut.

Schüssi - Eure Julia

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